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Draufgänger, Dickkopf, Kuschelhund, Lehrmeister, Kumpel, mein Hund
Immer wieder werde ich gefragt, „ist der Hund Kind- oder Partnerersatz, was bedeutet dir der Hund?“. Lange habe ich versucht, weitschweifige Erklärungen zu finden, was es für mich
bedeutet, einen Hund zu haben, mit ihm mein Leben zu teilen, ja, sogar mein Leben komplett zu verändern. Schlussendlich bleibt nur eine Antwort: Anton ist mein Hund, nicht mehr und nicht weniger.
Wir haben gelernt, ein Team zu werden und einander zu respektieren.
Anton und ich haben zusammen die Lehrzeit zum Therapiehund und Therapie- und Servicehund Instrukteurin absolviert. Beide waren wir Anfänger, beide hatten wir Wünsche und Bedürfnisse, die nicht immer zusammen passten. Wir haben
gelernt, ein Team zu werden und einander zu respektieren. Anton zeigt mir jeden Tag, dass ich nicht nur Hundetrainerin sondern auch Hundebesitzerin bin. Auch ich bin manchmal ungeduldig, undeutlich in meinen Signalen, unkonsequent und fahre auch mal aus der Haut. Auch ich mache Fehler. Diese Erfahrung ist wichtig, denn nur so kann ich meinen Kunden gegenüber Verständnis zeigen, erkennen und erklären wo die Probleme im Umgang mit dem Hund liegen. Danke Anton!
Therapiehund
Wie gesagt, Anton wurde von mir zum Therapiehund ausgebildet. Er hat mit mir zusammen mehrere Schulungen in Deutschland und Dänemark durchlaufen. Er ist Menschen gegenüber überaus kontaktfreudig und sehr duldsam. In unserer Zeit in Deutschland haben wir regelmäßig ein Altenpflegeheim besucht
und dort hat sich mein ungestümer Hund als sehr ruhiger, geduldiger Besucher von Alzheimerpatienten erwiesen. Er zeigt keinerlei Scheu vor Krankenhausbetten, Gehhilfen, unsanften oder unkoordinierte Berührungen und fordert immer wieder zum Streicheln auf. Während meiner Arbeit als Therapiehund Instrukteurin ist er mein unerlässlicher Begleiter. Besser als jedes Gespräch kann Anton zeigen, ob ein Mensch für einen Therapiehund geeignet ist. Durch die Interaktion von Anton und dem Klienten kann ich wertvolle Beobachtungen machen, die mir bei der Auswahl oder Empfehlung des geeigneten Hundes für den Klienten von Nutzen sind oder zeigen, welche therapiebegleitenden Aufgaben der Hund übernehmen könnte.
Behindertenbegleithund
Mit Anton erprobe ich ebenfalls Sinn und Nutzen von Assistenzleistungen, die ein Servicehund erlernen muß
: Türen öffnen, Kleidung ausziehen, Schalter betätigen, Gegenstände aufsammeln. Macht es z.B. mehr Sinn, auf die Türklinke zu springen oder an einem Band zu ziehen, können Schnürsenkel aufgezogen werden oder sollten es besser Schuhe mit Klettverschlüssen sein?... Anton probiert alles aus und ich alles an.
Co-Trainer
Unerlässlich ist Anton bei der Aufzucht und Ausbildung unserer Hunde. Er übernimmt die Vaterstellung bei den Welpen, setzt geduldig aber bestimmt Grenzen, hilft Ängste zu überwinden und
beschützt unterwegs auch mal die Kleinen vor rabiaten Hunderüpeln. Er zeigt wie es geht mit dem Gehorsam und wo man Schweineohren am besten verbuddeln kann.
Lehrmeister
Auch in meiner Hundeschule ist Anton mein wichtiger Assistent. Agility, Dog Dancing, Nasenarbeit, Problemlösung, jagen gehen (ein großes Thema bei Anton...), Kunststücke, Gehorsamsarbeit und speziell die Leinenführung, wir probieren alles aus, machen Fehler („Oh Anton, lass die Ente fallen!“) und arbeiten an der Behebung („Anton, such den Ball!“).
Ich habe Anton im April aus der Nordsee gefischt, als er in die Strömung geriet, unter
einem Zug heraus von den Gleisen geholt (Geschirr sei Dank!) und eine Bäuerin hat ihn mit einem Lasso aus ihrem Ententeich gezogen....
Anton ist natürlich der beste Hund von der ganzen Welt!
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